Hufrehe ist eine Entzündung der Laminae, der Gewebeverbindung zwischen der Hufwand und der Oberfläche des Hufbeins (Pedalknochens). Sie führt zu extremen Schmerzen, Instabilität und in schweren Fällen zu einer Trennung zwischen Hufwand und Knochen, was zu einer Drehung des Hufbeins führt.
Hufrehe wird üblicherweise in drei Phasen unterteilt: Entwicklungsphase, akute und chronische Phase.
Phase 1 – Entwicklungsphase: Die Entwicklungsphase ist der Beginn der Verletzung der Laminae. Pferde zeigen in der Regel keine klinischen Anzeichen, aber die Primärerkrankung und die pathologischen Prozesse sind im Gange.
Phase 2 – Akut: In dieser Phase, die Stunden bis Tage dauern kann, treten die ersten Lahmheitsanzeichen auf. Es kann zu einer Drehung und Verschiebung des Hufbeins kommen, aber nicht alle Pferde entwickeln eine Knochenverschiebung. Die Pferde können erhöhte Digitalpulse, erhöhte Huftemperaturen, Schwellungen in den Gliedmaßen, ständige Gewichtsverlagerung, subtile oder offensichtliche Lahmheit, eine Haltung, die auf Unwohlsein hindeutet, Bewegungsunlust und Widerwillen gegen das Aufstehen aufweisen.
Phase 3 – Chronisch: Bei klinischen Anzeichen, die länger als eine Woche anhalten, wird eine chronische Hufrehe diagnostiziert. In dieser Phase werden die Schmerzen und Lahmheiten durch eine Verschiebung des Hufbeins verursacht, deren Ausmaß auf Röntgenbildern zu erkennen ist. Betroffene Pferde zeigen einen erhöhten Digitalpuls, unterschiedlich starke Lahmheiten und Gewichtsverlust. Die Hufe können eine Spaltbildung am Kronrand und ein charakteristisches „gewölbtes“ Aussehen aufweisen. In langjährigen Fällen können Wachstumsringe an den Hufen erkennbar sein. Bei einigen Pferden kommt es zu einer Ablösung der weißen Linie, zu schorfigen Zehen und zu Abszessen. In schweren Fällen kann das Hufbein die Hufsohle durchdringen.