Anweiden ist für jedes Pferd Mikrobiom-Stress — und für insulindysregulierte Pferde die gefährlichste Phase des Jahres.
Die 5 häufigsten Anweide-Fehler, ein persönlicher Plan-Rechner und konkrete Werkzeuge aus der Happie Horse App.
01 — Grundlagen Was beim Angrasen wirklich passiert
Anweiden ist nicht „die Wiese auflassen und gucken". Es ist ein physiologischer Umbau in deinem Pferd, der zwei bis drei Wochen braucht. In dieser Phase passiert Folgendes parallel:
Im Dickdarm muss sich die Mikrobiota umstellen. Den Winter über war sie auf strukturreiche Kohlenhydrate aus Heu spezialisiert (Cellulose, Hemicellulose). Frisches Gras enthält dagegen viel mehr leicht fermentierbare Zucker. Diese Verschiebung der Bakterien-Zusammensetzung passiert nicht über Nacht — sie braucht Zeit. Wer zu schnell zu viel Gras gibt, riskiert eine Lactatazidose im Dickdarm: schnellwüchsige milchsäurebildende Bakterien explodieren, der pH-Wert fällt, fiberverdauende Bakterien sterben ab, Endotoxine werden freigesetzt. Folge: Kolik, Durchfall, Kotwasser. Dieser Mechanismus betrifft jedes Pferd.
Im Dünndarm und Stoffwechsel reagiert das Pferd zusätzlich auf den höheren Anteil schneller Zucker (Glucose, Sucrose, Stärke) mit einer Insulinausschüttung. Bei einem stoffwechselgesunden Pferd ist das kein Problem — es reguliert. Bei Pferden mit Insulindysregulation (EMS, PPID, schlanke ID-Pferde) schießt die Antwort über. Chronisch erhöhtes Insulin schädigt direkt die Lamellen im Huf und ist heute als Hauptursache für endokrinopathische Hufrehe etabliert (Karikoski et al. 2011, de Laat et al. 2011).
Mikrobiom-Anpassung über 21 Tage
Die Verschiebung der Bakterienpopulationen braucht Zeit — schneller Wechsel = Crash.
Die zwei Risiko-Ebenen
Anweiden hat zwei voneinander unabhängige Risiken: das Mikrobiom (Kolik, Durchfall — alle Pferde) und die Insulinantwort (Hufrehe — Risikopferde). Wer nur eines berücksichtigt, plant am Pferd vorbei.
02 — Die 5 Fehler Die häufigsten Fehler beim Angrasen
Diese fünf Fehler sehen wir Jahr für Jahr — bei gesunden Pferden wie bei Risikopferden. Sie sind die Auslöser für die meisten frühlingshaften Kolik- und Hufrehe-Fälle.
Zu schnell zu viel
Klassiker: Am ersten warmen Tag im April direkt 2–3 Stunden Vollweide. „Mein Pferd ist gesund, das verträgt es schon." Die Wiese wirkt verlockend, der Halter will dem Pferd was Gutes tun — und löst genau damit die Kolik aus.
Was die Wissenschaft sagt
Die Mikrobiota im Dickdarm braucht 14–21 Tage zur Anpassung. Eine plötzliche Zucker-Flut führt zu Lactatazidose, sterbenden fiberverdauenden Bakterien und Endotoxin-Freisetzung. Bei insulindysregulierten Pferden zusätzlich Insulinspike → Hufrehe-Risiko.
→ Lösung: 5–15 Minuten Tag 1, in 3-Minuten-Schritten alle 2–3 Tage steigern. Gesamte Anweidephase: mindestens 14 Tage, bei Risikopferden 4–6 Wochen. Probier's im Plan-Rechner.
Den Stoffwechsel-Status nicht prüfen
„Sieht doch gesund aus." 20–30 % aller Pferde mit Insulindysregulation sind nicht übergewichtig — schlanke Ponys, Iberer, Araber mit unauffälligem Erscheinungsbild. Ohne Bluttest fliegen sie unter dem Radar — bis der Reheschub kommt.
Was die Wissenschaft sagt
Karikoski 2011: Rund 90 % aller Hufrehe-Fälle sind endokrinopathisch — verursacht durch chronisch erhöhtes Insulin bei EMS oder PPID. Ohne Diagnose ist jede Anweidephase ein Blindflug.
→ Lösung: Vor der Anweidephase Insulin (besser nach OGT/OST), ACTH und Glukose messen lassen. Bei auffälligen Werten: angepasstes Protokoll. Mehr dazu in Abschnitt 04.
Wetter und Tageszeit ignorieren
Der gleiche 30-Minuten-Spaziergang auf der Wiese kann am Montag harmlos und am Dienstag riskant sein — abhängig von Frost, Sonne und Niederschlag der vergangenen Tage. Wer pauschal „immer zur gleichen Zeit" angrast, übersieht das.
Was die Wissenschaft sagt
Der NSC-Gehalt im Gras schwankt im Tagesverlauf um 200–300 %. Nach Frostnächten bleibt der Zucker tagsüber gespeichert, weil die nächtliche Atmung der Pflanze ausgesetzt hat. „Morgens grasen ist sicher" stimmt nur nach warmen Nächten.
→ Lösung: Vor jedem Weidegang Nachttemperatur und Wettervorhersage prüfen. Die Hufrehe-Risiko-Ampel der App rechnet den voraussichtlichen NSC-Gehalt automatisch für deinen Standort.
Pferd auf leeren Magen rauslassen
Aus der Box direkt auf die Weide: das Pferd hat Hunger, frisst gierig, kaut wenig, schluckt unzerkleinert. Innerhalb weniger Minuten gehen riesige Mengen schnell verfügbarer Zucker ins System.
Was die Wissenschaft sagt
Heu vor dem Weidegang füllt den Magen, fördert Speichelproduktion (puffert die Magensäure) und reduziert die Fressgeschwindigkeit. Das Verhältnis Speichel-pro-Mahlzeit ist entscheidend für die Fermentation im Dickdarm.
→ Lösung: 30–60 Minuten vor Weidegang eine kleine Heuration (1–2 kg). Pferd geht satt auf die Wiese, frisst langsamer, das Risiko sinkt deutlich.
Symptome nicht dokumentieren
„Ach, das Kotwasser war nur einmal." „Den klammen Gang hat es nur kurz gehabt." Frühe Warnzeichen werden verharmlost und vergessen — bis aus einem Symptom ein Schub wird.
Was die Wissenschaft sagt
Subklinische Hufrehe verläuft schleichend: parallele Reheringe, fühliges Laufen, verbreiterte weiße Linie, schleudernder Gang („Flubbern"), abgeflachte Sohle. Wer nur nach klassischer Lahmheit sucht, übersieht 80 % der frühen Fälle.
→ Lösung: Tägliches Logging — Gangbild, Pulsation, Kot-Konsistenz, Verhalten. Mit Foto-Verlauf wird die Veränderung sichtbar, bevor du sie selbst spürst. Genau dafür ist das Symptom-Tagebuch in der App.
03 — Werkzeug Persönlicher Angrasen-Plan-Rechner
Wähle den Stoffwechsel-Status deines Pferdes, deine Schrittweite und probiere verschiedene Startwerte aus. Der Rechner zeigt dir live, ob dein Tag-1-Wert sicher, riskant oder gefährlich ist — und projiziert den 14-Tage-Plan.
Wie startest du sicher in die Anweidephase?
Drei Eingaben — die Empfehlung passt sich live an.
EINSTUFUNG
Sicherer Bereich
10 Minuten ist ein guter Start für ein gesundes Pferd. Beobachte dein Pferd auf Kotwasser oder klammen Gang.
Dein 14-Tage-Plan (Minuten pro Tag)
⚠ Wichtig: Diese Empfehlung berücksichtigt nicht den aktuellen Zucker im Gras. Nach Frost oder Trockenheit kann auch ein „grüner" Plan riskant werden. Die Hufrehe-Risiko-Ampel der Happie Horse App schätzt den voraussichtlichen NSC-Gehalt am Standort live ein — basierend auf Wetter, Standort und Grasart.
App + Live-Risiko in Premium →04 — Risikoprofile EMS, PPID & Co. — Insulindysregulation verstehen
Bevor wir zu den Krankheitsbildern kommen: Ein Begriff, der oft durcheinandergeworfen wird. Insulindysregulation und Insulinresistenz sind nicht dasselbe. Insulindysregulation ist der Oberbegriff für zwei Formen — beide erhöhen das Reherisiko, beide sind nur durch Bluttest sicher diagnostizierbar.
Postprandiale Hyperinsulinämie
Überschießende Insulinantwort nach der Futteraufnahme. Das Pferd schüttet auf denselben Zucker deutlich mehr Insulin aus als ein gesundes Pferd. Tritt auch bei schlanken, äußerlich unauffälligen Pferden auf — oft genetisch bedingt.
Insulinresistenz
Die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend auf Insulin. Der Körper kompensiert mit noch mehr Ausschüttung — der Spiegel bleibt dauerhaft erhöht. Vor allem bei übergewichtigen Pferden: Fettgewebe ist hormonaktiv und treibt Insulin weiter hoch.
Vier Krankheitsbilder verändern das Anweide-Protokoll grundlegend. Wer eines davon hat, kann nicht „normal" angrasen — aber mit Anpassung lässt sich auch hier die Weidesaison gut bewältigen.
EMS — Equines Metabolisches Syndrom
InsulindysregulationCharakterisiert durch Insulindysregulation, oft kombiniert mit Übergewicht und Cresty Neck. Häufigster Auslöser einer „plötzlichen" Hufrehe.
Warnzeichen: CNS ≥ 3, BCS ≥ 7, Fettpolster an Kruppe/Schulter, Heißhunger, frühere Reheschübe.
PPID — Cushing-Syndrom
Hormonell · SeniorenHypophysen-Erkrankung bei Pferden meist über 15 Jahren. Erhöhte ACTH-Werte, oft mit Insulin-Komorbidität. Saisonale ACTH-Spitze im September/Oktober.
Warnzeichen: Zottiges Fell, abnormaler Fellwechsel, vermehrtes Trinken, Muskelabbau, Wesensveränderung.
Insulindysregulation (Non-Obese)
Schlanke Risikopferde20–30 % der ID-Pferde sind nicht übergewichtig — kein Cresty Neck, normaler BCS, trotzdem entgleister Insulinhaushalt. Werden ohne Bluttest übersehen.
Warnzeichen: Schreckhaftigkeit, Verhaltensänderung, schleudernder Gang — selbst bei schlanken Pferden Bluttest sinnvoll.
Hyperlipämie
Stress + EnergiemangelVor allem bei Ponys, Eseln, trächtigen oder säugenden Stuten. Bei radikaler Diät vor der Anweidephase mobilisiert der Körper massiv Fett — lebensbedrohlich.
Warnzeichen: Apathie, Fressunlust, milchige Blutwerte, Gewichtsverlust nach abrupter Futterumstellung.
Risikorassen — auch ohne Diagnose vorsichtig
Manche Rassen tragen genetisch eine Disposition für EMS und Insulindysregulation. Sie stammen evolutionär aus kargen Gebieten oder wurden als genügsame Arbeitspferde gezüchtet — ihr Stoffwechsel ist auf Sparsamkeit eingestellt. In der heutigen Haltung wird der Vorteil zum Problem.
Besonders gefährdete Rassen und Rassegruppen
- Shetland
- Welsh
- Dartmoor
- Isländer
- Norweger Fjord
- Haflinger
- Tinker
- Kaltblüter
- Morgan
- Araber
- Andalusier
- Paso Fino
- Quarter Horse
- Tennessee Walking Horse
- American Saddlebred
- Miniaturpferde
- Esel
- Warmblüter mit Pony- oder Araberanteil
EMS trifft nicht nur das dicke Pony. Es gibt schlanke, äußerlich unauffällige Pferde dieser Rassen mit deutlicher Insulindysregulation. Im Zweifel: vorsichtig anweiden + Bluttest beim Tierarzt.
05 — Beobachten Frühwarnzeichen — Symptom-Checkliste
Während der Anweidephase ist tägliches Beobachten Pflicht. Die folgenden Zeichen sind keine „Macken", sondern Frühwarnungen. Sie zu erkennen ist die eine Hälfte — sie zu dokumentieren die andere. Erst die Verlaufs-Aufzeichnung macht Muster sichtbar, die du sonst übersiehst.
Kolik-Frühwarnzeichen
Mikrobiom unter Druck — innerhalb 24–48h handeln
-
Kotwasser
Flüssigkeit, die zwischen oder nach dem Kotabsatz austritt. Hinterbeine, Schweif oder Innenschenkel sind feucht.
Was es bedeutet: pH-Verschiebung im Dickdarm, fiberverdauende Bakterien sterben, Wasseraufnahme im Darm gestört. Tritt typischerweise 24–72h nach zu viel Gras auf.
-
Aufgeblähter Bauch / Flanken-Beobachten
Sichtbar gespannter Bauch, Pferd dreht den Kopf zur Flanke, scharrt mit dem Vorderhuf, schwitzt ohne Anstrengung.
Was es bedeutet: Gasansammlung durch Fehlgärung. Klassisches Frühzeichen einer Anweidekolik. Kann innerhalb Stunden eskalieren.
-
Häufiges Wälzen oder Aufstehen-Hinlegen
Pferd legt sich oft hin, steht wieder auf, wälzt sich, schaut zur Flanke. Unruhig in der Box.
Was es bedeutet: Bauchschmerzen. Bei wiederholtem Wälzen mit Heftigkeit: sofort Tierarzt.
-
Verändertes Fressverhalten
Pferd unterbricht das Fressen, schaut sich an, lässt Heu liegen, frisst Kraftfutter nur halbherzig.
Was es bedeutet: Frühestes systemisches Zeichen. Oft 12–24h vor sichtbarer Kolik dokumentierbar.
Subklinische Hufrehe-Frühzeichen
Stille Schädigung — oft Wochen vor sichtbarer Lahmheit
-
01 · Parallele Reheringe
Klassisch lehrt man: Reheringe laufen an der Zehe enger zusammen. Bei Insulinrehe können sie parallel verlaufen — sieht normal aus, ist es nicht.
Was es bedeutet: Hinweis auf eine bereits abgelaufene oder schleichend laufende dorsale Senkung. Foto regelmäßig vergleichen.
-
02 · Fühliges Laufen
Das Pferd läuft vorsichtig, zögernd — auf weichem Boden oft kaum auffällig, auf hartem Boden deutlicher.
Was es bedeutet: Erstes funktionelles Zeichen, oft lange vor sichtbarer Lahmheit.
-
03 · Verbreiterte weiße Linie
Der helle Streifen zwischen Hufwand und Sohle ist breiter als normal — ein objektiver Befund am Huf, unabhängig vom Gangbild.
Was es bedeutet: Hinweis auf gelockerte Lamellenverbindung. Gut beim Hufbearbeiter-Termin sichtbar.
-
04 · „Flubbern" — schleudernder Gang
Die Zehe wird vor dem Aufsetzen ruckartig nach oben geschleudert. Manche halten das fälschlicherweise für „Schwung".
Was es bedeutet: Frühzeichen einer Hufbeinabsenkung. Pferd weicht dem Druck an der Zehe aus.
-
05 · Abgeflachte Sohle
Die Pferdesohle gehört konkav. Ist sie flach oder wölbt sich nach unten — Hinweis auf abgesunkenes Hufbein, auch ohne Lahmheit.
Was es bedeutet: Strukturelles Zeichen. Bei Verdacht: Röntgenbild und Foto-Verlauf der Sohle.
Akute Hufrehe-Warnzeichen
Bei jedem Anzeichen sofort Weidestopp und Tierarzt
-
Pochender digitaler Puls
Mit zwei Fingern an der Innen- oder Außenseite des Fesselgelenks tastest du den Puls. Bei Rehe ist er deutlich verstärkt — pochend, wie ein Herzschlag im Finger. Beide Vorderbeine vergleichen.
Was es bedeutet: Erhöhter Blutfluss am Kronrand, klassisches Rehe-Zeichen. Beidseitig pochend = Rehe-Verdacht; nur einseitig = eher Hufabszess.
-
Klammer Gang / Schonhaltung
Auf hartem Boden tritt das Pferd vorsichtiger auf, beim Wenden zeigt es Unbehagen, am Morgen wirkt es steif.
Was es bedeutet: Beginnender Schmerz in den Vorderhufen. Pferd verlagert das Gewicht nach hinten.
-
Wärme am Kronrand
Mit der Hand ringsum am Kronrand prüfen — bei Rehe deutlich wärmer als normal. Wichtig: nicht nur die Zehe anfassen, denn die kann kalt sein, während der Kronrand pocht.
Was es bedeutet: Veränderter Blutfluss. Oft kombiniert mit Pulsation. Beide Beine vergleichen, Röhrbein als Referenz.
-
Sägebock-Stellung im Stand
Vorderbeine nach vorne gestreckt, Hinterbeine weit unter dem Bauch. Pferd sucht Druckentlastung der Vorderhufe.
Was es bedeutet: Akutes Rehe-Zeichen. Sofort Tierarzt rufen, kein Bewegen mehr, weiche Einstreu (40 cm Späne).
Stoffwechsel-Frühwarnzeichen
Schleichende Veränderungen — über Tage und Wochen sichtbar
-
Wesensveränderung
Schreckhaftigkeit, ungewohnte Aggression, Apathie oder „komisches" Verhalten beim Reiten. Anders als sonst.
Was es bedeutet: Hormonelle oder schmerzbedingte Veränderung. Bei Risikopferden oft Frühzeichen einer entgleisten Insulinlage.
-
Vermehrtes Trinken / Pinkeln
Pferd trinkt deutlich mehr als sonst, Box wird häufiger nass, Wassereimer werden schneller leer.
Was es bedeutet: Klassisches PPID-Zeichen (Polydipsie/Polyurie). Auch bei Insulin-Entgleisung möglich.
-
Zunehmender Cresty Neck
Mähnenkamm wird sichtbar fester, kippt auf eine Seite, fühlt sich wie ein Wulst an.
Was es bedeutet: Hinweis auf Insulinresistenz. Cresty-Neck-Score (CNS) ≥ 3 ist ein etablierter Risikomarker (Carter 2009).
📋 Nichts vergessen — alles dokumentieren
Die meisten Schübe entwickeln sich aus Mustern, die einzeln harmlos wirken. Ein Tag mit Kotwasser, drei Tage später leichtes Pulsieren, eine Woche später klammer Gang. Wer das nicht aufschreibt, verbindet die Punkte zu spät.
Das Symptom-Tagebuch in der Happie Horse App nimmt dir die Mühe ab: schnelle Einträge, Foto-Verlauf, automatische Zeitleiste — und beim Tierarztbesuch hast du in Sekunden eine vollständige Historie zur Hand.
Was es kostet, wenn du den Schub nicht früh erkennst
Eine Hufrehe-Behandlung
800–3.000 €
Tierarzt, Röntgen, Hufschuhe, Polster, Medikation, Boxenruhe, Reha — pro Schub.
Lifetime Premium
Einmalzahlung
Plus alle künftigen Features lebenslang. Nach 1–2 Jahren günstiger als jedes Monatsabo.
Warum diese App existiert
2016 hatte mein Pferd Chaos innerhalb eines Jahres zweimal Hufrehe — einmal im Frühling beim Anweiden, einmal im Herbst nach den ersten Frostnächten. Es gab damals kein Werkzeug, das mich unterstützt hätte. Aus dieser Hilflosigkeit ist die Hufrehe-Risiko-Ampel entstanden.
— David, Gründer Happie Horse
06 — Werkzeug Wie die Happie Horse App dich begleitet
Jeder Punkt aus diesem Artikel — Plan, Beobachtung, Live-Risiko, Doku — wird in der App zu einem konkreten Werkzeug. Nicht „mehr Wissen", sondern weniger Bauchgefühl, mehr Daten.
Vom Bauchgefühl zur datenbasierten Entscheidung
Sechs Module für sichere Anweidephase, Stoffwechsel-Monitoring und Reha-Begleitung — alles in einer App.
„Ist heute ein guter Anweide-Tag?"
„Wie soll mein Plan konkret aussehen?"
„War das Kotwasser von gestern relevant?"
„Wo sind die letzten Blutwerte?"
„Wie verhält sich das ACTH übers Jahr?"
„Ist das normal — ich brauch jetzt Antwort."
Warum Lifetime Premium der beste Deal ist
- Einmal zahlen, für immer behalten. Keine Abos, keine wiederkehrenden Kosten.
- Preisgarantie für die Zukunft. Heutiger Preis bleibt — auch bei späteren Erhöhungen.
- Alle künftigen Features inklusive. Was wir entwickeln, bekommst du automatisch.
- Günstiger als 2 Jahre Monatsabo. Pferde leben 20+ Jahre — Lifetime amortisiert sich nach unter zwei Jahren und läuft danach „kostenlos" weiter.
Neu dabei?
7 Tage Premium kostenlos testen
Alle Premium-Features ohne Verpflichtung — Hufrehe-Risiko-Ampel, Symptom-Tagebuch, KI-Chat. Nach 7 Tagen entscheidest du in Ruhe.
Jetzt 7 Tage gratis testen →07 — FAQ Häufige Fragen zum Angrasen
Wie lange sollte die Anweidephase dauern?
Bei stoffwechselgesunden Pferden mindestens 14 Tage, idealerweise 21 Tage. Bei IR-, EMS- oder PPID-Pferden 4–6 Wochen, manchmal länger. Die Mikrobiota im Dickdarm braucht diese Zeit zur Anpassung — schneller geht physiologisch nicht.
Mit wie vielen Minuten sollte ich am ersten Tag starten?
Für ein gesundes Pferd 10–15 Minuten. Für ein Pferd mit Verdacht auf Stoffwechselerkrankung oder aus einer Risikorasse 8–10 Minuten. Bei diagnostiziertem EMS, IR oder PPID 5 Minuten — und nur, wenn die Hufrehe-Risiko-Ampel der App grün steht. Im Plan-Rechner oben kannst du das für dein Pferd durchspielen.
Was ist der Unterschied zwischen Insulindysregulation und Insulinresistenz?
Insulindysregulation ist der Oberbegriff. Sie umfasst die postprandiale Hyperinsulinämie (überschießende Insulinausschüttung nach dem Fressen, oft auch bei schlanken Pferden) und die Insulinresistenz (Zellen reagieren nicht mehr auf Insulin, typisch bei Übergewicht). Beide erhöhen das Reherisiko und sind nur durch Bluttest sicher zu diagnostizieren.
Wann ist die beste Tageszeit zum Anweiden?
Nach warmen Nächten (über 8 °C) ist der frühe Morgen am sichersten — der Zucker wurde nachts abgebaut. Nach Frostnächten gibt es kein sicheres Tagesfenster, weil die Pflanze den Zucker nicht abbauen konnte. Im Zweifel die Hufrehe-Risiko-Ampel checken.
Was tun, wenn Kotwasser auftritt?
Sofort: einen Schritt im Anweide-Plan zurückgehen, also auf die Minutenzahl der vorletzten Stufe reduzieren. Heugabe vor Weidegang sicherstellen. Im Symptom-Tagebuch dokumentieren. Hält das Kotwasser über 3–5 Tage an oder kommt Lethargie/Appetitverlust dazu: Tierarzt.
Mein Pferd ist schlank — kann ich es ganz normal anweiden?
Vorsicht: 20–30 % aller Pferde mit Insulindysregulation sind nicht übergewichtig. Wenn dein Pferd zu einer Risikorasse gehört (Pony, Iberer, Haflinger, Araber, Tinker, Quarter Horse, Esel und andere), behandle es wie ein Verdachtsfall — auch ohne sichtbare Symptome. Bluttest beim Tierarzt vor der Saison gibt Klarheit.
Reicht ein Maulkorb statt langsamer Steigerung?
Ein Maulkorb reduziert die Aufnahmemenge um etwa 50–80 % — das hilft bei der Mengen-Begrenzung. Er ersetzt aber nicht die Anpassungsphase: die Mikrobiota braucht trotzdem Zeit. Maulkorb plus schrittweise Steigerung ist eine sinnvolle Kombination, vor allem für Risikopferde.
Warum berücksichtigt der Plan-Rechner nicht den Zucker im Gras?
Weil der NSC-Gehalt im Gras täglich schwankt — abhängig von Wetter, Temperatur, Niederschlag und Grasart. Das ist der Job der Hufrehe-Risiko-Ampel in der App: sie kombiniert lokale Wetterdaten mit deiner Grasart und schätzt täglich grün/orange/rot. Der Plan ist die langfristige Mengen-Steigerung, die Ampel die tagesaktuelle NSC-Bewertung.
Kann ich den Anweide-Plan unterbrechen, z.B. bei schlechtem Wetter?
Ja, eine Unterbrechung von 1–2 Tagen ist unproblematisch. Bei längerer Pause (über 3 Tage) gehst du im Plan einen Schritt zurück, weil sich die Mikrobiota teilweise wieder umstellt. Bei einer Pause über 7 Tage solltest du wieder weiter unten beginnen — etwa bei der Hälfte der zuletzt erreichten Minutenzahl.
Quellen
- Karikoski NP, Horn I, McGowan TW, McGowan CM. The prevalence of endocrinopathic laminitis among horses presented for laminitis at a first-opinion/referral equine hospital. Domest Anim Endocrinol. 2011.
- de Laat MA, McGowan CM, Sillence MN, Pollitt CC. Equine laminitis: induced by 48 h hyperinsulinaemia in Standardbred horses. Equine Vet J. 2010.
- Durham AE, Frank N, McGowan CM, et al. ECEIM consensus statement on equine metabolic syndrome. J Vet Intern Med. 2019.
- Carter RA, Geor RJ, Burton Staniar W, Cubitt TA, Harris PA. Apparent adiposity assessed by standardised scoring systems and morphometric measurements in horses and ponies. Vet J. 2009.
- Frank N, Geor RJ, Bailey SR, Durham AE, Johnson PJ. Equine metabolic syndrome. J Vet Intern Med. 2010.
- Pollitt CC, Visser MB. Carbohydrate alimentary overload laminitis. Vet Clin North Am Equine Pract. 2010.
- Longland AC, Byrd BM. Pasture nonstructural carbohydrates and equine laminitis. J Nutr. 2006.
- Geor RJ. Pasture-associated laminitis. Vet Clin North Am Equine Pract. 2009.
- Janßen, K. Die akute Rehe — Erkennen · Einschätzen · Handeln. Hufservice Janßen / Laminitis-Founder Verlag, 2026.