Der Happie Herbstmonat

Abgrasen im Herbst: Kurzes Gras ist kein Freifahrtschein.

Was sich beim Wechsel von Gras auf Heu verändert, welche Pferde besonders aufmerksam beobachtet werden sollten und wie du die Umstellung sinnvoll planst.

Mit Quellen, Stand Oktober 2026. Happie ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Die Umstellung

Abgrasen ist nicht einfach Angrasen rückwärts

Im Frühjahr fragt im Stall jeder: Wie lange darf mein Pferd schon raus? Im Herbst stellt sich kaum jemand die umgekehrte Frage. Dabei ist der Wechsel von Gras auf Heu genauso eine Futterumstellung, nur in die andere Richtung.

So kann eine schrittweise Umstellung aussehenWeide Heu
Woche 1, Anfang
Woche 1, Ende
Woche 2, Anfang
Woche 2, Ende

Beispiel zur Orientierung für ein gesundes Pferd, kein Rezept.

über 1 %

In einer kleinen Studie mit vier Ponys fraß jedes Tier in mindestens einer dreistündigen Weidephase mehr als 1 % seines Körpergewichts an Gras, gerechnet ohne das Wasser darin.1

Wie viel ein einzelnes Pferd frisst, ist sehr unterschiedlich. Weniger Stunden heißen aber nicht automatisch wenig Gras.

  • DarmSchon in den ersten Tagen nach einem abrupten Wechsel zwischen Gras und Heu verändert sich die Darmflora deutlich.2 In Beobachtungsstudien gehören Futterwechsel zu den am besten belegten Kolik-Risikofaktoren.3 Deshalb stellst du besser schrittweise um als von heute auf morgen.
  • DauerFachleute empfehlen, eine Futterumstellung auf etwa zwei Wochen zu verteilen.4 Eine Studie, die die richtige Dauer fürs Abgrasen zeigt, gibt es nicht. Bei Hufrehe oder ausgeprägter Insulindysregulation kann dein Tierarzt die Weide auch sofort streichen.5
  • GrashöheKurzes Gras ist kein Beweis für wenig Zucker. Seine Zuckerreserven sitzen im unteren, bodennahen Teil der Pflanze.6 Ob kurzes oder langes Gras mehr Zucker enthält, siehst du von außen nicht. Das hängt von Wetter, Grasart und Nutzung ab.7
  • HeuFür Pferde mit Insulindysregulation nennt die Equine Endocrinology Group als Ausgangspunkt analysiertes Heu mit weniger als 10 % NSC.5 Eine repräsentative Analyse ist die verlässlichste Grundlage. Eine Garantie ist sie nicht, denn wie dein Pferd reagiert, zeigt kein Heuwert.

Happie

Du musst dir nicht jedes Detail merken. Du musst es festhalten können.

Happie hilft dir, Weidezeiten, Futterumstellungen, Wetterbedingungen und Beobachtungen an einem Ort zu dokumentieren, für deinen Alltag und für das nächste Gespräch mit dem Tierarzt.

  • Weidezeiten und Futterumstellung planen
  • Beobachtungen und Veränderungen dokumentieren
  • Befunde, Gewicht, Insulin- und ACTH-Werte griffbereit halten

Einmal zahlen, kein Abo, alle Premium-Funktionen.

Happie App: Pferdeprofil mit heutigem Stalltag und Gesundheitsakte

Herbstgras und Frost

Was an einem Herbsttag im Gras passieren kann

Gras bildet bei Licht Zucker und verbraucht ihn zum Wachsen. Im Herbst kann dieses Gleichgewicht kippen: Kühle Nächte bremsen das Wachstum, sonnige Tage liefern weiter Energie. Ob sich dabei Zucker anreichert, hängt aber auch von Grasart, Wasser, Nährstoffen und Beweidung ab. Herbstgras ist deshalb nicht automatisch zuckerreich, aber auch nicht automatisch sicher.

  1. Kalte Nacht

    Das Gras wächst langsamer, die Photosynthese läuft aber weiter.8,9 Eine feste Temperatur, ab der das passiert, gibt es nicht.

  2. Morgen

    Morgens ist meist weniger Zucker im Gras als am Nachmittag.10 Verlassen kannst du dich darauf nicht. Nach kalten Nächten kann der Zucker auch morgens hoch sein.

  3. Sonniger Mittag

    Bei Licht bildet das Gras weiter Zucker. Wird gleichzeitig weniger verbraucht, kann er sich anreichern.

  4. Nachmittag

    Oft ist jetzt am meisten Zucker im Gras. Kälte lässt ihn eher steigen, häufiges Abfressen senkt ihn eher, Trockenheit wirkt mal so, mal so. Verlassen kannst du dich auf keine dieser Regeln.

Und was ist mit den 8 Grad?

Das Gras kennt keine scharfe Grenze. Eine Ampel braucht eine.

Nachttemperatur am Standort deines Stalls
8 °CWarnschwelle der Zuckerampel

Kältere NächteDas Gras wächst langsamer. Nicht automatisch gefährlich.

Wärmere NächteDas Gras wächst zügiger. Nicht automatisch sicher.

Unsere Zuckerampel nutzt 8 Grad in der Nacht als Warnschwelle. Dahinter steckt ein bekannter Mechanismus: Kalte Nächte bremsen das Wachstum, an sonnigen Tagen bildet das Gras trotzdem weiter Zucker, und der kann sich ansammeln.8,10

Eine Studie, die genau 8 Grad als Grenze zeigt, gibt es nicht, weder für den Zucker im Gras noch für Hufrehe. Die 8 Grad sind deshalb eine vorsichtige Warnschwelle unseres Modells. Sie sollen dich früh aufmerksam machen, nicht in Sicherheit wiegen.

Wie viel Weidezucker dein Pferd verträgt, hängt vor allem von seinem Stoffwechsel ab. Ob es mit zu viel Insulin reagiert, kann dein Tierarzt testen.

Zucker und Insulin

Fruktan ist nur ein Teil der Geschichte

Einfachzucker und im Dünndarm verdauliche Stärke können die Insulinausschüttung direkt anregen. Für Fruktane hat das Pferd keine eigenen Verdauungsenzyme. Sie werden von Mikroorganismen im Darm abgebaut.

Wie viel des Zuckers im Gras ist Fruktan?Anteil am wasserlöslichen Zucker bei fünf Weidegräsern einer US-Studie
0 %26 bis 54 %100 %

Etwa ein Viertel bis gut die Hälfte, je nach Grasart.11 Auf jede Weide übertragen lässt sich das nicht. Der Rest ist vor allem Trauben-, Frucht- und Haushaltszucker.

Spickzettel für deine Heuanalyse

WSC=wasserlösliche Kohlenhydrate: Einfachzucker und Fruktane
ESC=vor allem Glukose, Fruktose und Saccharose, je nach Methode auch kurze Fruktane
NSC=in Futteranalysen meist WSC plus Stärke

Analysemethode und Bezug auf die Trockenmasse gehören immer zum Ergebnis dazu.

Harmlos ist Fruktan trotzdem nicht: In einem Versuch mit einer hohen Fruktan-Menge stieg das Insulin rehe-anfälliger Ponys deutlich an.12 Mit einer kleineren Menge änderte sich kaum etwas.13 Solche Versuchsmengen lassen sich nicht direkt mit einer Weide vergleichen. Für das Management zählen die aufgenommene Menge, der analysierte Zucker- und Stärkegehalt und die Insulinreaktion deines Pferdes.

32 von 36

Pferden mit Hufrehe hatten in einer finnischen Klinikstudie Hinweise auf eine hormonelle Ursache.14 Fachleute gehen heute davon aus, dass die meisten Hufrehe-Fälle mit zu viel Insulin zusammenhängen.5,15 Seltener entsteht Hufrehe durch eine schwere Allgemeinerkrankung, etwa eine Darmentzündung oder Blutvergiftung, oder durch Überlastung eines Beins, wenn das andere geschont wird.

Entscheidend ist nicht nur, wie viel Zucker im Gras steckt. Sondern wie viel dein Pferd davon frisst und wie es darauf reagiert.

Welche Pferde

Bei diesen Pferden lohnt sich jetzt ein genauer Blick

Nicht jedes Pferd reagiert gleich auf Zucker im Gras. Diese Risikofaktoren sind gut beschrieben. Ein Urteil über dein einzelnes Pferd sind sie nicht.

Frühere Hufrehe

Eine frühere Hufrehe ist ein wichtiger Risikomarker.16 Entscheidend ist, ob die Ursache, etwa eine Insulindysregulation, inzwischen erkannt und kontrolliert wird.

Insulindysregulation (EMS)

Sie ist der zentrale Befund beim Equinen Metabolischen Syndrom.17 Viele betroffene Pferde sind übergewichtig, es gibt aber auch schlanke Pferde mit Insulindysregulation.

Alter und PPID (Cushing)

Mit dem Alter wird PPID häufiger. Bei Verdacht wird unter anderem ACTH bestimmt. Der Wert steigt im Spätsommer und Herbst auch bei gesunden Pferden, deshalb wird er mit Referenzbereichen für den jeweiligen Monat und das Messverfahren bewertet.18,19

Fettpolster

Ein ausgeprägter Mähnenkamm, Fettpolster am Schweifansatz und eine Gewichtszunahme sind Warnzeichen. Ein Beweis für eine Insulindysregulation sind sie nicht.

Ponys und leichtfuttrige Rassen

Sie haben häufiger eine Insulindysregulation. Ausschließen lässt sie sich bei anderen Rassen oder schlanken Pferden dadurch aber nicht.

Neue Weide

In einer britischen Fall-Kontroll-Studie war neuer Graszugang in den vier Wochen davor mit einem höheren Hufrehe-Risiko verbunden.16 Das ist ein statistischer Zusammenhang, kein Beweis im Einzelfall.

Sprich mit deinem Tierarzt über eine gezielte Untersuchung auf Insulindysregulation. Je nach Situation werden der Insulinwert in Ruhe und ein dynamischer Test wie der orale Zuckertest eingesetzt. Ein normaler Ruhewert allein schließt eine Insulindysregulation nicht sicher aus.5

Verdacht auf Hufrehe? Das ist ein Notfall.

Typische Anzeichen: Dein Pferd geht klamm oder lahm, wendet ungern, verlagert das Gewicht nach hinten, die Hufe sind warm.20,21

  • Ruf sofort deinen Tierarzt an. Warte nicht ab, ob es von allein besser wird.
  • Zwing dein Pferd nicht zum Laufen, nicht an die Longe und nicht in enge Wendungen, auch nicht zum Testen.
  • Stell es auf weichen, tiefen Untergrund, zum Beispiel in eine dick eingestreute Box.
  • Nimm es von der Weide. Kein Getreide, kein Kraftfutter, keine Leckerlis.
  • Lass es nicht hungern. Heu gibt es weiter, wie viel, klärst du mit dem Tierarzt. Hungern kann eine gefährliche Fettstoffwechsel-Entgleisung auslösen, besonders bei Ponys, Minis und Eseln.5,17
  • Frag am Telefon, ob du bis zum Eintreffen kühlen sollst. Gib keine Medikamente auf eigene Faust.

Dein Tierarzt sucht danach auch nach der Ursache. Insulindysregulation und, je nach Alter, PPID gehören dazu.22

Bewegung: hilfreich, aber nie bei akuter Hufrehe

  • Hat dein Pferd eine Insulindysregulation, aber keine Hufrehe und keine Lahmheit, hilft regelmäßige Bewegung. Sie verbessert die Wirkung des Insulins und hilft beim Abnehmen.5
  • Bei akuter Hufrehe oder Hufschmerz gilt das Gegenteil: Ruhe auf weichem Boden, bis dein Tierarzt grünes Licht gibt.17
  • Nach einer Hufrehe beginnt ihr langsam, auf weichem Boden, und achtet genau auf jede Lahmheit.
  • Ob die Hufe wieder stabil genug sind, beurteilt dein Tierarzt, oft mit Röntgenbildern. Das Training plant ihr gemeinsam mit ihm und der Hufbearbeitung.

Zuckerarm, aber nicht hungern

  • Grundlage ist Heu mit weniger als 10 % Zucker plus Stärke (NSC) in der Trockenmasse. Das empfehlen Fachgremien als Ausgangspunkt.5 Was in deinem Heu steckt, zeigt nur eine Heuanalyse.
  • Auch damit ist nicht jedes Pferd auf der sicheren Seite. Ob das Futter passt, kann dein Tierarzt mit einem Insulintest etwa zwei Stunden nach dem Fressen prüfen.
  • Kein Getreide, kein Kraftfutter, keine Leckerlis. Mineralien, Vitamine und Eiweiß kommen über ein zuckerarmes Mineralfutter.
  • Weide nur eingeschränkt oder, bei ausgeprägter Insulindysregulation, gar nicht. Mehr Weide gibt es erst wieder, wenn keine Hufrehe-Anzeichen mehr da sind, schrittweise und mit Insulinkontrollen.
  • Lange Fresspausen vermeiden: lieber viele kleine Portionen oder ein engmaschiges Heunetz. Abnehmen ja, aber langsam.
  • Ist dein Heu nicht analysiert oder liegt es über 10 % NSC, raten Fachgremien zum Einweichen in kaltem Wasser. Das senkt den Zucker aber unzuverlässig und lässt Keime wachsen, vor allem bei Wärme.23,24 Den Plan machst du am besten mit Tierarzt oder Fütterungsberatung.
Chaos, ein brauner Hannoveraner, schaut auf einer Sommerweide direkt in die Kamera
Chaos im Juni 2019. Das Pferd, mit dem alles anfing.

Chaos und ich

Heute weiß ich vieles, was ich damals gerne gewusst hätte

Meine Erfahrung 2016

Chaos war nie offiziell mein Pferd, und über Jahre trotzdem mein Pferd. Ein Hannoveraner, damals ungefähr 16. Ich bin ihn lange geritten und habe ihn durch Sehnenschaden und Arthrose begleitet. 2016 hatte er innerhalb eines Jahres zweimal Hufrehe: einmal im Frühjahr beim Anweiden, einmal im Herbst, zeitlich nach den ersten Frostnächten.

Ich bin damals morgens vor der Arbeit und abends danach jeweils rund 50 Kilometer zum Stall gefahren, um ihn zu versorgen und zu kühlen. Wir haben Tiefkühlerbsen und Kühlpacks mit Panzertape um die Hufe gewickelt und mit dem Schlauch nachgekühlt.

Chaos' Hufe mit Kühlpacks, mit Panzertape fixiert
2016: Kühlpacks, mit Panzertape fixiert.
Kühlen der Hufe mit Wasser und Kühlpacks auf dem Hof
Und mit dem Schlauch nachgekühlt.

Ich hatte Angst. Ich war hilflos. Und ich hatte sehr viele offene Fragen.

Was sich daraus nicht ableiten lässt

Meine Geschichte ist ein Einzelfall. Dass der zweite Schub nach Frostnächten kam, beweist nicht, dass der Frost die Ursache war. Und was wir damals gemacht haben, ist keine Anleitung für andere Hufrehefälle.

Was heute anders ist

Fachleute gehen heute davon aus, dass die meisten Hufrehe-Fälle mit zu viel Insulin zusammenhängen.5 Deshalb steht die Suche nach dieser Ursache heute viel früher im Mittelpunkt.

Chaos' Huf im Februar 2017, Monate nach dem zweiten Schub
Februar 2017: Chaos' Huf, Monate nach dem zweiten Schub.

Was ich heute anders machen würde

Das sind meine persönlichen Punkte, abgeglichen mit den aktuellen Empfehlungen:

  1. Früher nach der Ursache fragen. Heute würde ich früh mit dem Tierarzt besprechen, wie Chaos auf Insulindysregulation untersucht werden sollte und ob wegen seines Alters auch eine PPID-Diagnostik sinnvoll ist.
  2. Den zweiten Schub nicht als Pech abhaken. Hufrehe kommt häufig wieder, wenn die Ursache bleibt.
  3. Früher nach Röntgenbildern fragen. Sie können Veränderungen im Huf sichtbar machen und Tierarzt und Hufbearbeitung bei der Planung helfen.
  4. Beim Kühlen genauer nachfragen. Wir haben damals Kühlpacks und Tiefkühlerbsen benutzt. Kühlpacks kühlen das Hufinnere kaum.25 Die Versuche, in denen Kühlen geholfen hat, liefen über zwei bis drei Tage in Eiswasser, und zwar vorbeugend, bevor die Hufrehe ausbrach, bei einer im Versuch ausgelösten Form.26,27 Ob Kühlen bei einer schon ausgebrochenen Hufrehe nützt, und wie, entscheidet der Tierarzt.
  5. Jede Maßnahme hinterfragen. Bei Chaos wurde damals auch ein Aderlass gemacht. In den aktuellen Leitlinien zur Hufrehe kommt er nicht vor, und einen Beleg für seinen Nutzen gibt es nicht.
  6. Beim Futter wissen statt vermuten. Heu analysieren lassen und die Rückkehr auf die Weide mit dem Tierarzt planen.
  7. Alles festhalten. Tierärzte vergleichen Verläufe, und das geht nur, wenn jemand den Verlauf festhält.

Das ist meine persönliche Geschichte, keine Behandlungsempfehlung. Jede Hufrehe ist anders. Bei Verdacht ruf sofort deinen Tierarzt an und zwing dein Pferd nicht zum Laufen.

Daraus ist irgendwann Happie entstanden. Ich wollte, dass andere Pferdebesitzer früher mehr wissen als ich damals.

Happie im Herbst

Festhalten statt erinnern

Happie ersetzt keinen Tierarzt. Aber Happie hilft dir, Weide, Wetter, Futter und Beobachtungen festzuhalten, für deine Entscheidungen und für das Gespräch mit deinem Tierarzt.

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Was dir im Herbst hilft

  • ZuckerampelOrdnet Niederschlag, Nachttemperatur und Vorhersage am Standort deines Stalls ein, aus zwei unabhängigen Wetterdiensten. Eine Stunde vor der eingetragenen Weidezeit bekommst du einen Hinweis per Push.
  • FutterplanDie Umstellung mit Mengen und Fütterungszeiten, für alle im Stall sichtbar.
  • Gesundheitsakte und PferdeprofilGewicht, Befunde, Behandlungen und Medikation an einem Ort.
  • Symptom-TagebuchAuffälligkeiten mit Datum festhalten, dauerhaft kostenlos.
  • Cushing-TagebuchACTH-, Insulin- und Therapieverlauf im Blick.

Offen gesagt: Was die Zuckerampel nutzt

Niederschlag der letzten Tage, die Temperatur der vergangenen Nacht und die Vorhersage am Standort deines Stalls. Nachts nutzt sie 8 Grad als Warnschwelle.

Und was sie nicht wissen kann

Wie viel Zucker wirklich in deinem Gras steckt, welche Gräser dort wachsen, was in deinem Heu ist und wie dein Pferd auf Zucker reagiert. Deshalb ist sie eine Orientierung, nie eine Diagnose. Eine Studie, die Zuckerampeln an echten Hufrehe-Fällen überprüft hat, gibt es bisher nicht, auch nicht für unsere. Bei diagnostizierter Insulindysregulation, PPID oder früherer Hufrehe gilt der Plan deines Tierarztes, nicht die Farbe der Ampel.

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Es gilt das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht. Und wenn Happie nicht zu deinem Pferdealltag passt, schreib David, dann bekommst du dein Geld zurück.

Ersetzt Happie den Tierarzt?

Nein. Happie hilft dir beim Planen, Festhalten und Vorbereiten. Diagnose und Behandlung gehören zu deinem Tierarzt. Bei Verdacht auf Hufrehe ruf ihn sofort an.

Fragen zum Abgrasen

Wie lange sollte ich abgrasen?

Stell lieber schrittweise um als von heute auf morgen. Fachleute empfehlen, eine Futterumstellung auf etwa zwei Wochen zu verteilen. Eine Studie, die die richtige Dauer fürs Abgrasen zeigt, gibt es nicht. Bei Hufrehe oder ausgeprägter Insulindysregulation kann dein Tierarzt die Weide auch sofort streichen.

Ist Gras morgens sicherer?

Morgens ist meist weniger Zucker im Gras als am Nachmittag. Verlassen kannst du dich darauf nicht: Nach kalten Nächten kann der Zucker auch morgens hoch sein. Für Pferde, die stark auf Zucker reagieren, kann auch Weide am Morgen ungeeignet sein.

Was ist mit den 8 Grad?

Unsere Zuckerampel nutzt 8 Grad in der Nacht als vorsichtige Warnschwelle, weil kalte Nächte mit sonnigen Tagen den Zucker im Gras erhöhen können. Eine Temperatur, ab der Gras gefährlich wird, ist wissenschaftlich nicht belegt. Über 8 Grad ist Gras deshalb nicht automatisch sicher, darunter nicht automatisch gefährlich. Die Entscheidung für dein Pferd ersetzt die Ampel nicht.

Reicht es, Heu zu wässern?

Wässern senkt den Zucker im Heu, aber sehr unterschiedlich. In einer Studie verloren Heue nach bis zu 16 Stunden in kaltem Wasser im Schnitt 27 % ihres Zuckers, je nach Heu 6 bis 54 %. Sieben Heue lagen danach noch über dem damals für Rehepferde empfohlenen Höchstwert. Außerdem vermehren sich beim Einweichen Keime. Sicher weißt du es nur mit einer Heuanalyse.

Kann ich im Herbst auf PPID (Cushing) testen lassen?

Ja. Im Herbst ist der Cushing-Wert ACTH auch bei gesunden Pferden natürlicherweise höher. Dein Tierarzt bewertet ihn deshalb mit Grenzwerten für den jeweiligen Monat, und die hängen auch vom Labor und vom Messgerät ab. Das Ergebnis gehört zusammen mit Alter und Symptomen beurteilt.

Darf sich mein Pferd bewegen?

Hat dein Pferd eine Insulindysregulation, aber keine Hufrehe und keine Lahmheit, hilft regelmäßige Bewegung. Bei akuter Hufrehe oder Hufschmerz gilt das Gegenteil: Ruhe auf weichem Boden, bis dein Tierarzt grünes Licht gibt. Nach einer Hufrehe plant ihr das Training gemeinsam mit Tierarzt und Hufbearbeitung.

Weiterlesen und ansehen

Quellen

  1. Longland AC, Barfoot C, Harris PA (2016): Effects of Grazing Muzzles on Intakes of Dry Matter and Water-Soluble Carbohydrates by Ponies Grazing Spring, Summer, and Autumn Swards, as well as Autumn Swards of Different Heights. Journal of Equine Veterinary Science 40: 26–33. https://doi.org/10.1016/j.jevs.2015.09.009
  2. Garber A, Hastie P, McGuinness D, Malarange P, Murray JA (2020): Abrupt dietary changes between grass and hay alter faecal microbiota of ponies. PLoS ONE 15(8): e0237869. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0237869
  3. Curtis L, Burford JH, England GCW, Freeman SL (2019): Risk factors for acute abdominal pain (colic) in the adult horse: A scoping review of risk factors, and a systematic review of the effect of management-related changes. PLoS ONE 14(7): e0219307. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0219307
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  8. Wingler A (2015): Comparison of signaling interactions determining annual and perennial plant growth in response to low temperature. Frontiers in Plant Science 5: 794. https://doi.org/10.3389/fpls.2014.00794
  9. Förster L, Grant J, Michel T, Ng C, Barth S (2018): Growth under cold conditions in a wide perennial ryegrass panel is under tight physiological control. PeerJ 6: e5520. https://doi.org/10.7717/peerj.5520
  10. Kagan IA (2022): Water- and Ethanol-Soluble Carbohydrates of Temperate Grass Pastures: a Review of Factors Affecting Concentration and Composition. Journal of Equine Veterinary Science 110: 103866. https://doi.org/10.1016/j.jevs.2022.103866
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  12. Bailey SR, Menzies-Gow NJ, Harris PA, Habershon-Butcher JL, Crawford C, Berhane Y, Boston RC, Elliott J (2007): Effect of dietary fructans and dexamethasone administration on the insulin response of ponies predisposed to laminitis. Journal of the American Veterinary Medical Association 231(9): 1365–1373. https://doi.org/10.2460/javma.231.9.1365
  13. Borer KE, Bailey SR, Menzies-Gow NJ, Harris PA, Elliott J (2012): Effect of feeding glucose, fructose, and inulin on blood glucose and insulin concentrations in normal ponies and those predisposed to laminitis. Journal of Animal Science 90(9): 3003–3011. https://doi.org/10.2527/jas.2011-4236
  14. Karikoski NP, Horn I, McGowan TW, McGowan CM (2011): The prevalence of endocrinopathic laminitis among horses presented for laminitis at a first-opinion/referral equine hospital. Domestic Animal Endocrinology 41(3): 111–117. https://doi.org/10.1016/j.domaniend.2011.05.004
  15. Patterson-Kane JC, Karikoski NP, McGowan CM (2018): Paradigm shifts in understanding equine laminitis. The Veterinary Journal 231: 33–40. https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2017.11.011
  16. Wylie CE, Collins SN, Verheyen KLP, Newton JR (2013): Risk factors for equine laminitis: a case-control study conducted in veterinary-registered horses and ponies in Great Britain between 2009 and 2011. The Veterinary Journal 198(1): 57–69. https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2013.08.028
  17. Durham AE, Frank N, McGowan CM, Menzies-Gow NJ, Roelfsema E, Vervuert I, Feige K, Fey K (2019): ECEIM consensus statement on equine metabolic syndrome. Journal of Veterinary Internal Medicine 33(2): 335–349. https://doi.org/10.1111/jvim.15423
  18. Hart K, Bamford N, Bertin FR, Durham A, Frank N, McGowan C, Schott H (Equine Endocrinology Group) (2025): Recommendations for the Diagnosis and Management of Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID). Revised October 2025. https://equineendocrinologygroup.org/s/Final-2025-EEG-PPID-Digital-version.pdf
  19. Menzies-Gow NJ, Banse HE, Duff A, Hart N, Ireland JL, Knowles EJ, McFarlane D, Rendle D (2024): BEVA primary care clinical guidelines: Diagnosis and management of equine pituitary pars intermedia dysfunction. Equine Veterinary Journal 56(2): 220–242. https://doi.org/10.1111/evj.14009
  20. Mitchell CF, Fugler LA, Eades SC (2015): The management of equine acute laminitis. Veterinary Medicine: Research and Reports 6: 39–47. https://doi.org/10.2147/VMRR.S39967
  21. Pollard D, Wylie CE, Newton JR, Verheyen KLP (2019): Incidence and clinical signs of owner-reported equine laminitis in a cohort of horses and ponies in Great Britain. Equine Veterinary Journal 51(5): 587–594. https://doi.org/10.1111/evj.13059
  22. Universitäres Tierspital Zürich, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich: Hufrehe. Abgerufen am 25.09.2026. https://www.tierspital.uzh.ch/pferdekliniken/hufrehe/
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